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Mitel End of Life: Welche Alternativen haben Unternehmen jetzt?

· 5 min read
Patrick Gmür
Bereichsleiter Vertrieb & Marketing, Mitglied der Geschäftsleitung

Viele Unternehmen setzen seit Jahren auf Telefonanlagen von Mitel. Mit dem schrittweisen End of Life mehrerer Mitel-Plattformen – darunter die weit verbreitete MiVoice-Office-Serie – stellt sich für zahlreiche IT-Verantwortliche sowie Entscheiderinnen und Entscheider die Frage, wie die Telefonie künftig sinnvoll weitergeführt werden kann.

Ein End of Life bedeutet nicht, dass sofort gehandelt werden muss. Es ist jedoch ein klares Signal, sich frühzeitig mit der eigenen Telefonie-Strategie auseinanderzusetzen. Wer rechtzeitig plant, gewinnt Handlungsspielraum: technisch, organisatorisch und wirtschaftlich.

Welche Mitel-Systeme sind betroffen – und bis wann?

Mitel MiVoice Office 400 (ehemals Aastra 400)

Die MiVoice Office 400 gehört zu den am weitesten verbreiteten Telefonanlagen im KMU-Umfeld.

  • End of Sale: Der Vertrieb neuer Systeme wird spätestens ab Februar 2026 eingestellt (in einzelnen Regionen bereits früher).
  • End of Life / Support-Ende: Technischer Support und Reparaturen sind noch bis Februar 2030 vorgesehen.

Für viele Unternehmen bedeutet das: Die Anlage kann kurzfristig weiterbetrieben werden, langfristige Planungssicherheit besteht jedoch nur noch begrenzt, insbesondere im Hinblick auf Erweiterungen, Ersatzteile und zukünftige Anforderungen.

Mitel MiVoice Office 250 (ehemals HX Controller)

Bei der MiVoice Office 250 ist der Lifecycle bereits deutlich weiter fortgeschritten:

  • Vertrieb: Seit Januar 2022 eingestellt.
  • Support-Ende: Der offizielle Herstellersupport endet am 30. Juni 2026.

Nach diesem Datum gibt es keine Sicherheitsupdates oder Fehlerbehebungen mehr. Für produktive Umgebungen ist das ein klarer Zeitpunkt, sich spätestens jetzt mit Alternativen zu befassen.

Mitel MiVoice Connect (ehemals ShoreTel)

Auch die frühere ShoreTel-Plattform nähert sich ihrem Lifecycle-Ende:

  • End of Development: Neue Funktionen und Weiterentwicklungen endeten zum 31. Dezember 2025.
  • Support-Ende: Der vollständige Support läuft noch bis 31. Dezember 2029.

Unternehmen haben hier zwar noch Zeit, sollten aber berücksichtigen, dass nach 2025 keine Weiterentwicklung mehr stattfindet.

Was bedeutet das End of Life für Unternehmen konkret?

Ein Mitel End of Life ist kein unmittelbarer Notfall. Es ist jedoch ein strategischer Wendepunkt. Typische Fragestellungen sind:

  • Wie lange lässt sich die bestehende Anlage noch zuverlässig betreiben?
  • Welche Risiken entstehen durch auslaufenden Support?
  • Lohnt sich eine Zwischenlösung oder ein geplanter Übergang?
  • Welche Telefonie-Form passt zur heutigen Arbeitsweise (Hybrid, Homeoffice, Integration)?

Die gute Nachricht: Es gibt heute mehrere etablierte Alternativen, die unterschiedliche Anforderungen abdecken.

Welche Alternativen gibt es nach Mitel?

3CX – softwarebasierte Telefonanlage

3CX ist eine softwarebasierte Telefonanlage, die on-premises oder in der Cloud betrieben werden kann.

Geeignet für

  • Unternehmen mit eigener IT-Abteilung
  • Organisationen mit Bedarf an hoher Individualisierung

Zu beachten

  • Betrieb, Updates und Sicherheit liegen beim Unternehmen oder beim Partner
  • höherer Administrationsaufwand im Vergleich zu Managed-Lösungen

Microsoft Teams Telefonie – Telefonie im Collaboration-Tool

Mit der Microsoft Teams Telefonie wird die klassische Telefonie direkt in Microsoft Teams integriert.

Geeignet für

  • Unternehmen mit starkem Microsoft-365-Fokus
  • Organisationen, die Telefonie und Zusammenarbeit bündeln möchten

Zu beachten

  • zusätzliche Komponenten wie Direct Routing erforderlich
  • sorgfältige Planung von Routing, Notfallkonzepten und Ausfallsicherheit notwendig

Virtuelle Telefonanlage – klassisch, aber cloudbasiert

Virtuelle Telefonanlagen übertragen das bewährte Prinzip der Unternehmenstelefonie in die Cloud. Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung übernimmt der Anbieter.

Geeignet für

  • Unternehmen, die keine eigene Telefonie-Infrastruktur mehr betreiben möchten
  • Organisationen, die eine stabile, übersichtliche und wartungsarme Lösung suchen

Vorteile

  • kein Eigenbetrieb
  • planbare Kosten
  • schneller Übergang von bestehenden Anlagen

In der Praxis entscheiden sich viele Unternehmen nach dem Mitel End of Life für diesen Weg, da er technische Komplexität reduziert und gleichzeitig vertraute Telefonie-Funktionalität bietet.

Mitel 400 ersetzen: typische Szenarien aus der Praxis

Gerade bei der Mitel MiVoice Office 400 zeigt sich, dass Unternehmen sehr unterschiedliche Ausgangslagen haben. Entsprechend unterscheiden sich auch die sinnvollen nächsten Schritte.

Szenario 1: Bestehende Anlage weiter betreiben, Übergang vorbereiten

Die Anlage läuft stabil, ein sofortiger Ersatz ist nicht zwingend nötig. In diesem Fall steht die Planung im Vordergrund.

Typische Massnahmen

  • Weiterbetrieb der bestehenden Anlage
  • Anbindung über SIP-Trunk
  • Definition eines realistischen Zeithorizonts bis zum Support-Ende

Szenario 2: Ablösung durch eine virtuelle Telefonanlage

Unternehmen entscheiden sich bewusst dafür, den Betrieb der Telefonanlage auszulagern.

Typische Gründe

  • Reduktion von Wartungsaufwand
  • klare Kostenstruktur
  • geringere Abhängigkeit von Hardware und Ersatzteilen

Szenario 3: Integration der Telefonie in Microsoft Teams

Unternehmen mit klarer Microsoft-Strategie integrieren die Telefonie direkt in Teams.

Typische Merkmale

  • ein zentrales Tool für Zusammenarbeit und Telefonie
  • weniger Systembrüche im Arbeitsalltag
  • stärkere Verzahnung mit bestehenden Prozessen

Wie sipcall Unternehmen in dieser Phase unterstützt

sipcall begleitet Unternehmen seit vielen Jahren bei der Weiterentwicklung oder Ablösung bestehender Telefonielösungen. sipcall zählt heute gemessen an den Marktanteilen in der Festnetztelefonie zu den drei grössten Anbietern für Geschäftskunden in der Schweiz

Diese Marktposition erlaubt es, unterschiedliche Ausgangslagen realistisch zu beurteilen und Lösungen zu empfehlen, die sich im Alltag bewähren. Unabhängig davon, ob ein sofortiger Wechsel geplant ist oder nicht.

Je nach Situation unterstützt sipcall Sie unter anderem bei:

  • der Einordnung bestehender Mitel-Systeme
  • der Planung eines schrittweisen Übergangs
  • der Umsetzung virtueller Telefonanlagen
  • der Integration von Telefonie in Microsoft Teams

Mitel End of Life als Chance zur Neuordnung

Das End of Life mehrerer Mitel-Plattformen ist für viele Unternehmen kein akuter Notfall, aber ein klarer Planungsimpuls. Wer sich frühzeitig mit Alternativen befasst, kann den Übergang ruhig, strukturiert und ohne Zeitdruck gestalten.

Ob 3CX, Microsoft Teams Telefonie oder eine virtuelle Telefonanlage: Entscheidend ist nicht die Technologie allein, sondern wie gut sie zur Organisation, Infrastruktur und Arbeitsweise passt.

Nächster Schritt nach dem Mitel End of Life

Unternehmen, die vom Mitel End of Life betroffen sind und ihre Situation einordnen möchten, profitieren oft von einer neutralen Betrachtung der Optionen. sipcall unterstützt Sie dabei, Alternativen zu vergleichen, Risiken abzuschätzen und einen passenden Zeithorizont zu definieren – ganz ohne Entscheidungsdruck.